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Geschenkideen für Männer #1 – Rum

Wie du an der #1 in der Überschrift erkennen kannst, scheint es sich hier, um eine neue Beitragsserie zu handeln. Und damit hast du recht. Mit Geschenkideen für Männer widme ich mich einem Thema, welches immer wieder offene Fragen aufwirft. Nicht nur bei mir.

Erst im Juli bekam ich diese Frage von meiner Frau gestellt, als sie nach einer Idee für mein Geburtstagsgeschenk suchte. Im August habe ich mir selbst diese Frage gestellt, als ich auf der Suche nach einem Geschenk für meinen Vater war. So oder so, Anlässe scheint es genügend zu geben, für die man(n) sich die Frage stellt: „Was kann man diesem Mann schenken?“.

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Genau diese Frage möchte ich mit meiner neuen Beitragsserie beantworten. Oder dir und den anderen Lesern zumindest ein wenig Inspiration geben, was man den verschenken kann. Dabei finden sich unter den Geschenken für Männer sowohl preiswerte, als auch teure sowie unbezahlbare Geschenke, weil sie eben nur für diesen einen Mann geschaffen wurden.

Dem ersten Beitrag möchte ich heute einem, nennen wir es Mal typischen Männergetränk widmen: Rum. Aber keine Sorge es geht hier nicht um reine Fakten welche ich dir präsentieren möchte, vielmehr möchte ich dir den als den „Besten Rum der Welt“ ausgezeichneten Ron Barceló vorstellen. Doch damit noch nicht genug, zum Ende des Beitrags kannst du und zwei andere Leser jeweils ein exklusives Ron Barceló Paket gewinnen. Hört sich doch gut an, oder?

Rum – mehr als nur Alkohol

Hat sich Whisky mittlerweile auch in unseren Breitengraden als Genussgetränk durchgesetzt, ist es bei Rum noch nicht so der Fall. Zumindest habe ich dieses Gefühl, was man alleine an den Preisen im Supermarkt / Getränkemarkt sieht. Während bei Rum bereits ab 40 Euro eine gute Spirituose zu bekommen ist, bewegt sich der Käufer beim Whisky qualitativ eher im Mittelfeld. Aber eigentlich sollten wir uns darüber nicht beschweren. So gibt’s gute Leistung zu vernünftigem Preis – auch nicht schlecht.

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Rum ist mehr als nur ein Getränk, es ist Genuss, es ist ein Anlass sich ein wenig Zeit zu nehmen, um bewusst zu genießen. Daher ist es sicherlich nicht verkehrt eine gute Flasche zu verschenken. Geht es hierbei eher zweitrangig um den Alkohol und vielmehr darum, dass sich der Beschenkte ein wenig Zeit nimmt und bei einem guten Glas Rum seine Gedanken kreisen lässt.

Dabei kannst du dem Beschenkten noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie dieser seinen Rum richtig trinken und vor allem genießen kann. Zunächst sollte man beim Trinken darauf achten keine Eiswürfel zu verwenden, da das Getränk ansonsten an Aroma verliert. Weiterhin trinkt man diesen am besten bei Zimmertemperatur in einem geeigneten Glas. Kleine Schlucke sind vollkommen okay, lieber weniger und dafür genießen und denk daran, dass die Nase auch daran riechen sollte, um in den Genuss des Rums zu kommen.

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Aber nun drifte ich doch wieder ein wenig in trockene Fakten ab, widmen wir uns lieber dem Flüssigen, in diesem Fall Ron Barceló. Schließlich sollst du auch wissen, was du am Ende des Beitrags gewinnen kannst.

Rum von Ron Barceló

Im Jahr 1930 begann die Geschichte der Destillerie Santo Domingo Barceló & Co., als diese von Julian Barceló gegründet wurde. Noch im selben Jahr begann er mit der Produktion eines hervorragenden Rums. Dabei zählt vor allem der Ron Barceló Imperial zum Highlight des Barceló-Sortiments. Denn innerhalb kürzester Zeit nach Einführung in den Markt erlangte er wiederholt die Auszeichnung „Bester Rum der Welt“ des angesehenen Beverage Institute of Chicago. Diese Entscheidung geht zurück auf die brillante kupferrote Farbe, zehn Jahre Reifung in Eichenfässern, eine satte Buttertoffee-Note und einer Spur von Tabakblättern und Pfeffer.

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Mit der Dominikanische Republik hat sich Julian Barceló genau richtig für den Standort seines Unternehmens entschieden. Denn Mitten im Herzen der Karibik bietet dieses Fleckchen Erde ideale Bedingungen für die Reifung. Bester Zuckerrohr als Basis und einer konstanten Durchschnittstemperatur von 30˚C und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent entspricht ein Jahr Reifung dort der von vier Jahren in Schottland.

Gewinne eines von drei Rum-Paketen von Ron Barceló

Gemeinsam mit Ron Barceló verlose ich drei Pakete, bestehend aus einer Flasche Ron Barceló Imperial sowie 4 Rum-Gläser der Marke Ritzenhoff. Als kleine Ergänzung kann ich darauf hinweisen, dass die perfekte Ergänzung des Ron Barceló Imperial die Vasco da Gama Rum Cigarre ist. Aromen des preisgekrönten Rums vereinen sich während der Lagerung neben dem offenen Rum mit feinstem Tabak aus Kuba und der Dominikanischen Republik. Das Ergebnis ist ein aromatisch ausgewogener Rauchgenuss mit feinen Eichennoten.

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Ein Foto deines möglichen Gewinns habe ich dir zuvor eingebunden. Nun geht es nur noch darum zu klären was du machen musst, dass du Besitzer eines von drei Rum-Paketen wirst. Doch keine Sorge, das Gewinnen ist echt kein Buch mit sieben Siegeln. Teile mir und den anderen Lesern bis zum nächsten Mittwoch, den 26.08.2015 um 20:00 Uhr, in den Kommentaren mit, zu welchem Anlass du ein Glas dieses Rums trinken würdest.

Unter den eingegangenen Kommentaren entscheidet der Zufall wer gewonnen hat und vielleicht bist du schon bald der glückliche Besitzer eines Rum-Pakets von Ron Barceló. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Nun viel Erfolg beim Gewinnspiel.

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Mit freundlicher Unterstützung von Ron Barceló

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Männer unter sich: Ein besinnlicher Herrenabend mit Whiskey

Herrenabend mit Whisky

Es gibt Anlass und Gelegenheiten, an denen auch erwachsene Männer in bester Tradition altenglischer Clubs der beklagenswert unzeitgemäßen Idee anheimfallen, sich mit- und untereinander zu einem Stelldichein zu treffen, die bezaubernde Weiblichkeit außen vor zu lassen und sich dem Whisk(e)y hingeben. Gentleman-Blog Autor Lars Hallatsch traf sich zum Jahreswechsel mit zwei Freunden zum stilvollen Herrenabend und lässt uns daran teilhaben. Ein leicht vernebelter Erlebnisbericht.

Wenn Männer wieder wie Kinder sind

Zum Ausklang des Jahres verabredete ich mich mit zwei Freunden in der Smokers-Lounge eines guten und aus Wettbewerbsgründen namenlos bleibenden Hotels.

Weil wir eben sind wie die Kinder, hatten wir uns einen Dresscode aus unserer gemeinsamen Lieblingsfilmreihe entliehen; es betraten die Räume drei Mittvierziger in ebenso eleganten wie zu selten genutzten Smokings, einer von uns mit Studs geschmückt, die anderen Beiden mit schlichter verdeckter Knopfleiste am Hemd – alle innerlich feixend auf dem Weg vom Doorman zur Lounge. Sich zu verkleiden macht so eine Freunde. Wir sind Bond.

Der Eine von uns huldigt alten Traktoren, die er sich als freiberuflicher Dokumentarfilmer finanziert. Der Zweite im Bunde ist Chemiker, promovierter Marathonläufer – und überzeugter, asketischer Nihilist, dem man weltliche Genüsse fast einprügeln muss – bis er das erste Blut geleckt hat und die Askese zum Teufel jagt. Ganz normale Freunde eben. Und ich.

Whiskeys statt Frauen

Wir trafen uns also frauenfrei, weil wir uns gegenseitig unsere aktuellen Lieblings-Whiskeys zum Kosten mitbringen wollten. Und weil das Thema so schön in den Gentleman-Blog passt, habe ich sofort eine semiprofessionelle Verkostung daraus gemacht – und outete uns dabei als unglaubliche Nosing-Nobodies. Gleich zu Beginn machten wir auch Alles falsch, was die Professionalität einer Degustation ausmacht.

Selbstverständlich ist es für „die Nase“ hilfreich, die Aromen eines Getränkes in ihrer Flüchtigkeit sozusagen konzentriert unter das Riechorgan zu führen, wozu sich die nach oben verschlankenden Nosing-Gläser etabliert haben. Was aber für ein Gefühl hinterlässt der zum Nippen mit zwei Fingern (plus dem abgespreizten Kleinfinger) fest gefasste Stiel eines solchen Press-Gläschens im Gegensatz zu den schweren, unrechtfertigbar teuren und so unvergleichlich das Licht brechenden Kristalltumblern von Saint Louis oder Baccarat in der ganzen Männerhand?

Schlucken statt spucken

Auch nicht korrekt dürfte die Raumluftsituation gewesen sein. Statt reiner und neutraler Luft zog durch den Raum ein warmer, dunkler Duft von einer Lage Cohiba Maduro Genios , die wir uns zur Feier des Tages aus dem hoteleigenen Humidor gegönnt hatten, weihevoll angeschnitten und mit einem Zedernspan entzündet. Außer dem Chemiker – der hatte ein ultramodernes Dupont-Feuerzeug mit blauer Jetflame. Wenn im Paradies gepafft wird – sie nehmen vermutlich genau diese Zigarre. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Aber der wahrscheinlich verräterische, uns für einschlägige Fachmagazine disqualifizierende Fauxpas war, wir gestehen das zu Protokoll: Kein Schluck wurde ausgespuckt. Wir erlebten die vielbesungenen Abgänge nicht nur einmal zur Probe, sondern je Sorte mehrmals zu reinem Spaß am Genuss, zur Bewillkommnung des herrlichsten aller Räusche, zu Ehren der Brennmeister und alle paar Mal auf das Wohl unserer und aller Frauen.

Die Vorauswahl fürs Whisky-Tasting

In jedem Whiskey-Shop gibt es eine üppige Auswahl an Sorten, die – sofern man sich nicht die Speiseröhre verätzen möchte – wohl für einen Flaschenpreis von 20 Euro bis in absurde Höhen angeboten werden. Die Sortimentsbreite umfasst so gut wie überall den Bereich der Massenprodukte bis zu raren Spezialitäten, aus vieler Herren Länder. Wir wollten uns auf eine vollkommen subjektive Auswahl von Sorten konzentrieren, die zum einen für Whiskey-Liebhaber „bezahlbar“ im realen (nicht etwa philosophischen) Sinne sein sollten, zum anderen auch verfügbar für den spontanen Bedarf. Interessante Exoten, die Just-for-Cocktail-use-Sorten und die richtig Teuren ließen wir außen vor. So standen auf dem Tisch:

  • The Macallan Sienna (ca. 80 Euro)
  • Bushmills 21 Years (ca. 120 Euro)
  • Jefferson’s Presidential Select 18 Years (ca. 100 Euro)

Wir versuchten, die verschiedenen Geschmacksnuancen, die Bestandteile des Aromas und die Gefühle beim Mundspülen und Schlucken in der Art zu beschreiben, wie es ausgewiesene Experten in ihren Blogs, Kolumnen oder sogar Büchern tun. Wir wollten „geröstestes Leder“, „nasse Kalkwände“, „erstaunlich junge Pflaume“ oder sogar „Kieselstein“ schmecken, warteten auf „fleischige“ Eindrücke oder einen „gellenden Abgang“. Allein, der Wille war nicht vom Erfolg beschienen. Wir blieben auf Wortbergen sitzen, die nicht im entferntesten Bilder entstehen ließen wie die, die wir Ihnen so gern malen wollten.

Jedenfalls standen sie nun vor uns, drei herrlich volle Flaschen im Angesicht von drei Hobbytrinkern, jede mit funkelndem, naturfarbenen Nektar, flüssiger Sonne, Ambrosium – was auch immer Ihnen an Superlativen einfällt, befüllt, neu, versiegelt, jungfräulich – und bereit, sich uns zu ergeben.

Wie die Jäger des verlorenenen Schatzes

Ich glaube, nicht nur ich fühle mich wie Indiana Jones kurz vor dem nächsten Grabraub, wenn ich eine solche Flasche sorgsam öffne, entkorke – und schnuppere. „Die Nase“, nach verbreiteter Ansicht der erste wichtige Eindruck eines Whiskeys. Persönlich finde ich die Farbe und die sich an der Füllgrenze in der Flasche sichtbar machende Viskosität der Nase noch vorgelagert, aber was weiß ich schon.

Also die Nasen: Alkohol. Dreimal Alkohol, dreimal Angst vor spontaner Selbstentzündung an den Zigarren. 40 bis 47 Prozent Spirit, so war über allen Flaschenhälsen eine Cloud von reinen, heiligen Alkoholdünsten zu erschnüffeln. Und bevor sich auch nur ein einziges Aroma-Teilchen den Nasenscheidewänden nähern konnte, entschlüpfte uns zwei Nasenträgern ein „Boh“ und „Meine Herren“. Der Chemiker hatte sich den Dunst nur zugefächelt, so, wie das Chemiker eben tun – er enthielt sich eines Kommentares. Wahrscheinlich schnüffelt er das jeden Tag.

Dann begann die Trilogie vom tieferriechendem Schnuppern, Schmecken und Schlucken. Alle probierten Alles, zwischen jedem – immer frischen – Glase wurde der Mund mit Wasser neutralisiert und wangenflatternd gespült. Es war uns ein Fest.

Nachdem jeder seine zugeordneten Notizen gemacht hatte, begannen wir übermütig mit der Blindverkostung. Der Chemiker erklärte etwas dem theoretischen Unterbau von Blind-, Doppelblind- und Placebo-Studien, wir steckten ihm knebelhalber noch eine Zigarre mit mächtigem Ringmaß in den Mund und gossen die Gläser voll, um sie dann untereinander zu tauschen. Es soll nur soviel von diesem Spiel nach Außen dringen: Nach der zweiten Runde erkannte niemand mehr seinen Favoriten, aber wir alle grunzten mit gelockerten Krawatten und im Ledergestühl flegelnd zufrieden in die Welt.

Die (subjektive) Auswertung

Hier ist das, was wir glauben, wahrgenommen zu haben:

The Macallan SIENNA

Wir rochen zuerst eine Erinnerung, nämlich die, in der jeder Junge einen Strohhalm so lange kaut, bis er irgendwie süß schmeckt, und eben nach Stroh. Es duftete nach Sherry (mittelalt), nach gut eingelegten Rum-Rosinen und Toffifee-Extrakt. Am Gaumen erkannten wir hochhängende Trauben, eher rote als weiße, Kaffee bis Espresso mit einem Splitter Bitterschokolade mit über 70 Prozent Kakaoanteil und viel Karamell. Im „Abgang“ – wir meinen damit das Herunterschlucken und nennen das ab sofort auch so – mehr gefühlt als geschmeckt fetter, reifer, goldener, beglückender Wiskey.

Was unseren Nasen z.B. verschlossen bliebt, hatten Dipl.-Olfaktoren wahrgenommen: „Einem Hinweis auf heißen Toast mit Marmite sowie eine frisch geöffnete Dose Bodenpolitur“. „Moschusseife“. Wahrscheinlich waren die Gläser nicht sauber.

Bushmills 21 Years

Eine Wucht in der Nase: Volle Minze. Aufgeschnitte Orange oder Limone, ein Hauch von Rosen. Ingesamt die Erwartung auf ein „schlankes“ Gaumenerlebnis. Von Wegen. Komplexes Aroma, Lakritz (auch schon vor dem Schlucken, dann Lakritz fast dominant), Das „Schlanke“ findet sich in der Süße, die weniger ausgeprägt scheint als im Macallan. Da war noch feuchtes, helles Holz direkt an der Schnittfläche – für mich waren es feuchte Sägespäne -, und für einen von uns „ein Geschmäckle von Marone“. Beim seeligen Herabrinnen dann wie gesagt die Breitseite Lakritz, etwas Geröstetes, und ein insgesamt sanft-süßer Nachhall ohne den lästigen Nachgeschmack von angebranntem Zucker.

Andere Trinker nannten den Bushmills eine „seidige Sensation“, mit „gutem Fluss, Balance und Grip“. Das lassen wir gern stehen. „Von der Zeit gebräuntes Leder“ konnten wir auch schmecken… aber erst nach der dritten Blindverkostung.

Jefferson’s Presidential Select 18 Years

47 Prozent Alkohol mischen sich schon in der Luftsäule im Glas mit Butterspekulatius und gebranntem Zucker, dazu nach unserem Empfinden „Heu, duftend in der Sonne“. Mehrmaliges Einatmen des Aerosols hinterließ tatsächlich einen Geschmack nach süßer Butter und, wenn man dann noch einmal riecht, nach einer namenlosen Südfrucht. Am Gaumen zunächst der Befund, ob der Mund frei ist von kleinsten Läsionen, denn in denen hätte der Jefferson´s brennende Desinfektion hinterlassen. Notiz: Alle Mundhöhlen gefühlt mit geschlossener Schleimhaut. Im Geschmack Vanillienmark, tiefdunkles Holz und Orangenschale. Jeder Schluck ist ein Herausforderung für die schwindende Objektivität, mit seinem hohen Alkohol und der Komplexität des Abgangs würde der Bourbon allein für sich verkostet schon eine Kladde füllen. In jedem Fall zum Nachtrinken empfohlen, in jedem Fall aber ohne begleitende Getränke zum Vergleich.

Epilog

Am Ende des Herrenabends wussten wir, dass wir allesamt auf Süßes stehen, kein Rauch, kein Salz – just sweet. Die Flaschen waren nicht leer, das wäre auch würdelos und den herrlichen Stunden nicht angemessen. Der Abend endete mit drei großen Gläsern frisch gepressten Orangensaftes mit einem Schuss Zitrone, die uns der Chemiker mit Hinweis auf irgendeinen dadurch anregbaren Histaminantagonisten zum Schutz vor einem Kater spendierte.

Wir konnten mannhaft aufrecht unsere Zimmer nicht nur grob dem Stockwerk nach erinnern, sondern auch individuell finden, der freundliche Service verpackte die teilgeleerten Flaschen in einen Karton, der nach dem Frühstück beim Check-out diskret ausgehändigt wurde.

Alle Whiskeys waren offenbar von bester Qualität, wenn man daran glauben mag, das hochwertige Spirituosen auch in mittleren Mengen eben keine Beschädigungen, nicht einmal Kopfschmerzen oder pelzige Zungen hinterlassen. Vielleicht war auch der Vitaminschub zum Dessert eine gute Idee. Allein, wir fuhren mit dem Zug in unsere Heimatstädte und ließen uns an den Heimatbahnhöfen von den liebenden Frauen abholen. Dem maskierten Restalkohol keine Chance!

Ich habe noch ein paar Freunde mehr… mal schauen, was die trinken. Auf 2014!

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Der Autor

Lars Hallatsch schreibt im Gentleman-BlogDieser Beitrag stammt aus der digitalen Feder von Lars Hallatsch. Er lebt und arbeitet als freier Journalist, Dozent und Coach bei Köln und München. Stil und Style für Herren sind dabei seine besondere Leidenschaft.

Whisky – Die Herstellung des Gentleman-Getränks

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Whiskey-Herstellung

Wie kaum ein anderes Getränk steht Whisky und dessen Genuss für eine Lebenshaltung und Stil. Während das leckere Feierabendbier eben nur genau dies sein will und Wein den Genuss an sich in den Vordergrund stellt, geht es bei Whisky eben auch immer um etwas mehr. Um Prestige, Männlichkeit und den stilvollen, leicht bedächtigen Hochgenuss.

Vom Bier, zum Schnaps zum Whisky

Da ist es auch überaus passend, dass ein Whisky bei seiner Herstellung genau diese Phasen durchläuft – vom Bier über den Schnaps gelangt dieses „Wasser des Lebens“ nach vielen Jahren zu seiner höchsten Stufe – dem Single Malt Whisky.

Dies erklärt zum einen den Preis, aber auch das Mysterium, welches um ihn gemacht wird. Zwar bemühen sich Hersteller und Händler immer wieder zu betonen, man möge seinen Whisky so trinken, wie man das selber für am besten hält, doch lauscht man in die Fangemeinde hinein, werden die Fragen und Standpunkte wie on the rocks, mit Wasser oder ohne, als Mixgetränk mit Diät-Cola von den jeweiligen Verfechtern konsequent und teilweise vehement vertreten. Whisky ist Glaubenssache.

Die Faszination für Whisky liegt dabei sicherlich auch in seiner Herstellung, immerhin dauert es meist mindestens ein ganzes Jahrzehnt, bis eine Flasche der köstlichen Flüssigkeit in den Regalen steht. Will man die Liebe zu ihm verstehen, sollte man daher am besten auch genau hier anfangen.

Basis der Whisky-Herstellung: Wasser und Gerste

Bei der Herstellung von Whisky sind im Prinzip nur zwei Grundstoffe vonnöten. Zum einen Wasser und zum anderen Getreide, meistens verwenden die Whiskymacher Gerste.

Das Wasser stammt häufig von einer eigenen Quelle nahe der Destille oder von einem Fluss, wie zum Beispiel an der schottischen Speyside vom Fluss Spey. Jede Quelle hat dabei ihren ganz eigenen Geschmack. Wer etwa im Harz schon einmal direkt Quellwasser getrunken hat, wird seinen feinen und glasklaren Geschmack kennen. Dieser ist nicht mit dem normalen Leitungswasser oder gar dem aus abgefüllten Flaschen zu vergleichen. Und je nachdem, wie hoch der Torfgehalt, die Mineralität und Härte des Wassers sind, unterscheiden sich die Whiskys der verschiedenen Destillen.

Gerste zählt zu den Süßgräsern, die für die Gewinnung von Rohstoffen wie Fetten und Zucker seit jeher wichtig sind. Doch der Zucker in der Gerste ist in Form von Stärke enthalten. Um diese für die alkoholische Gärung nutzbar zu machen, muss die enthaltene Stärke in einfachen Zucker aufgespaltet werden. Dies erreicht man, indem man die Gerste einweicht und auf den sogenannten Malting Floors auslegt. Sobald die Gerste genügend Wasser aufgesaugt hat, keimt sie und bei einer Länge von 2/3 des eigentlichen Kornes ist aus der Stärke endlich Zucker geworden. Man spricht nun vom Malz. Dieser Vorgang dauert meist 4 bis 5 Tage. Nun kann man die Gerste wieder durch Heißluft trocknen.

Übrigens: In dieser Phase entsteht auch der torfige Geschmack, für den vor allem schottische Whiskys berühmt sind. Fügt man dem Feuer, welches die Gerste trocknen soll, jetzt Torf zu, nimmt das Malz eben diese Noten auf. Und zwar nur hier. Später kann man kaum noch torfige Noten hervorbringen.

Die alkoholische Gärung zum „Bier“

Bevor die getrocknete Maische nun Gären kann, wird sie zu Schrot („grist“) gemahlen. Nun vermischen die „Brauer“ sie mit heißem Wasser. Dies geschieht bei vielen Destillen in drei Schritten – zu Beginn 65 Grad, danach 80 und zum Schluss 95 Grad Celsius. Bei diesem Prozess soll der gesamte vergärbare Zucker extrahiert werden. Dieses Gebräu nennt der Kenner nun Würze („wort“), welches in Gärtanks („washbacks“) schlussendlich mit Hefe versetzt wird. Die Gärung kann beginnen und ähnelt dem beim Bierbrauen, nur dass sie hier nicht keimfrei geschieht. Doch kostet man davon, merkt man die Ähnlichkeit zu Bier, auch wenn es mit 8 bis 9 Prozent Alkoholgehalt ein recht starkes und gewöhnungsbedürftiges Bier wäre. Whiskymacher nennen diese Flüssigkeit daher auch einfach wash und eben nicht beer.

Die Destillation vom Bier zum Schnaps

Whisky-Liebhaber kennen die kupfernen Kolben, die es in jeder Distille gibt. Sie sind für die Destillation des wash zentral, denn nur so kann der Grundschnaps für den Whisky gewonnen werden. Gärung stoppt bei einem Alkoholgehalt von 15 Prozent, da zu diesem Zeitpunkt die wichtigen Hefen absterben. Ein Whisky hat jedoch weit mehr als 40 Prozent , daher muss die Flüssigkeit gebrannt werden. In den kupfernen Kolben erhitzt man den wash, der Alkohol verdunstet und wird über die Schwanenhälse aufgefangen. Nach der ersten Destillation besitzt die Flüssigkeit einen Alkoholgehalt von 20 Prozent. Daher durchläuft der Schnaps den Prozess ein weiteres Mal, wobei ein Alkoholgehalt von ca. 70 Prozent erreicht wird. Von diesem sogenannten run verwendet jede Destille jedoch nur einen kleinen Teil, auch fine cut genannt. Manche nutzen für ihren Whisky gerade einmal 16 Prozent davon.

Bevor der Schnaps nun zum Whisky reifen kann, müssen ihn die Whiskymacher noch etwas verdünnen – der Alkoholgehalt wäre sonst zu hoch. In die Fässer gelangt meist 63%-iger Schnaps.

Whiskey-Fässer

Last but certainly not least: Whisky-Lagerung im Fass

Die Reifung im Eichenfass gilt für viele als der wichtigste Bestandteil bei der Whiskyherstellung. Manch einer spricht gar davon, dass 70 Prozent des Geschmacks sich nach Dauer der Reifung und Art des Fasses richten.
Besonders beliebt sind dabei alte Sherryfässer, also solche, in denen vorher schon einmal Sherry reifte, aber auch andere Fässer, in denen vorher Bourbon oder gar Rum reifte, kommen zum Einsatz. Im Laufe der Jahre nimmt der Schnaps die Aromen des Holzes und der davor gelagerten Flüssigkeit auf. Endlich entsteht ein leckerer Whisky.

Das Gesetz besagt, dass ein schottischer Whisky mindestens drei Jahre und einem Tag in einem solchen Eichenfass reifen muss. Dies gilt jedoch nur für die Blended Whiskys. Ein Single Malt reifte meist für nicht weniger als acht Jahre, manch einer gar für mehr als zwei Jahrzehnte. Während dieser Zeit verdunstet ein kleiner Anteil aus den Fässern, man spricht hier vom „Angel’s Share“, dem Teil für die Engel.

Heute produzieren – erst viel später genießen

Die Lagerung in den verschiedenen Eichenfässern ist auch der Grund für die unterschiedlichen Farben und damit dem Geschmack des Whiskys. Ein Goldgelber wird nur selten in einem Sherryfass ausgebaut worden sein, und wenn, dann kaum länger als zwölf Jahre. Gießt man sich einen dunkelroten Whisky ins Glas, dann kann man davon ausgehen, dass bei der Herstellung dieses Whiskys Sherryfässer zum Einsatz kam. Grünlich wird ein Whisky bei Rumfässern.

Genau dies ist auch die Besonderheit bei der Whisky-Herstellung – die Whiskymacher füllen ihn in die Eichenfässer mit dem Wissen, dass die Welt dann eine ganz andere sein wird, wenn er einmal getrunken wird,. Whisky ist eben kein Massenprodukt, dessen Zeitpunkte der Herstellung und des Genusses nah beieinander liegen. Im Gegenteil – man stellt Whisky heute her, um ihn zum Teil erst viele Jahre später genießen zu können. Daher fässt sich beim Whisky-Genuss auch vortrefflich über alte Zeiten sprechen.

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Mythos Whisky

Im Alter von sieben Jahren roch der Schotte Ewan Gunn zum ersten Mal an einem Whisky. Der fruchtige und rauchige Duft war für ihn eine Offenbarung. Zehn Jahre später trank er seinen ersten Whisky, und heute gehört Whisky trinken zu seinem Beruf. Der Gentleman-Blog traf den Global Scotch Whisky Ambassador von Johnnie Walker in Island und konfrontierte ihn mit Whisky-Mythen und gängigen Vorurteilen über das schottische Nationalgetränk.

Mythos 1: Je älter der Whisky, desto besser ist er auch
Ewan Gunn: „Zwar muss ein Whisky mindestens drei Jahre reifen. Doch dass bedeutet nicht, dass ein Whisky mit jedem weiteren Jahr automatisch besser wird. Es gibt solche und solche. Ich habe junge Whiskys getrunken, die mich geschmacklich umgehauen haben, während manche alte Whiskys miserabel waren. Oft ist auf den Flaschen eine Zeitspanne angegeben, in denen der Whisky seine optimale Reife hat. Eine Unternehmen wie Johnnie Walker muss seine Produktlinien daher über Jahrzehnte im Voraus planen.“

Mythos 2: Einen Whisky mixt man nicht
Ewan Gunn: „Manche meinen, Whisky dürfe man nur mit noch mehr Whisky mischen, allenfalls noch mit Eis. Doch beim Mixen gibt es kein richtig und kein falsch. Jeder so, wie es ihm schmeckt! Während es in Spanien beispielsweise populär ist, den Whisky mit Cola zu mischen, wird er in der Karibik häufig mit Kokosnussmilch getrunken und in Asien mit grünem Eistee. Auch manche Cocktails verdanken erst dem Whisky ihre Einzigartigkeit.“

Mythos 3: Wasser verdünnt den Whisky bloß
Ewan Gunn: „Es klingt zunächst überraschend, aber wenn man Whisky mit Wasser mixt – mein Favorit ist ein Mischverhältnis von zwei Teilen Wasser auf ein Teil Whisky, dann setzt das bei manchem Whisky, wie dem Double Black Johnnie Walker, neue Aromen frei. Um es in ein Bild zu bringen: Es ist wie eine Blume, die man gießt und die dadurch aufgeht. Aber Achtung, mit Eiswürfeln tritt der Effekt nicht ein, hierzu bedarf es stilles Wasser mit Zimmertemperatur.“

Mythos 4: ‚Blend’ ist gleichbedeutend mit minderwertiger Qualität
Ewan Gunn: „Blend meint das Zusammenführen von Whisky aus verschiedenen Destillerien. Das Gegenteil von einem Blend ist ein Single Malt, bei dem der abgefüllte Whisky nur aus einer einzigen Brennerei stammt. Bildlich gesprochen ist ein Single Malt ein Solo-Künstler, während ein Blend das Zusammenspiel eines ganzen Orchesters ist. Beim Orchester muss natürlich alles bis ins kleineste Detail fein aufeinander abgestimmt sein, damit es harmonisch klingt. Die Herstellung ist dadurch ausgesprochen anspruchsvoll, aber wenn hier Könner am Werk sind, kann man bei einem Blend die besten Aromen aus verschiedenen Destillerien in einem einzigen Whisky herausschmecken. Die Geschmackskomposition ist dann ein unfassbarer Hochgenuss und kaum mit einem Single Malt zu vergleichen.“

Whisky-Experte Even Gunn von Johnnie Walker im Interview mit dem Gentleman-Blog

Mythos 5: Je dunkler, desto besser
Ewan Gunn: „Viele denken, dass dies eine einfache Gleichung wäre, doch natürlich besitzt sie keine Allgemeingültigkeit. In der Tendenz mag es stimmen, doch das ist kein zuverlässiger Indikator, um die Qualität zu beurteilen.“

Mythos 6: Wirklicher guter Whisky stammt nur aus Schottland
Ewan Gunn: „Für die Herstellung hervorragender Whisky-Sorten bedarf es ausgesprochen viel Know-how, guter Destillerien und bester Zutaten. Die Schotten haben hier eine Jahrhunderte lange Tradition, Whisky trinken ist sozusagen das schottische National-Hobby. Daher verfügen die Schotten auch über einen riesigen Erfahrungsschatz, und das spiegelt sich in den schottischen Whiskys wider. Auch auf die Gefahr hin, dass ich als Schotte als voreingenommen gelte: Für mich persönlich sind sie die besten auf der Welt. Doch das heißt nicht, dass anderswo nicht auch gute Whiskys hergestellt werden. Es gibt zum Beispiel sehr gute Whiskys aus Japan. Ein Kenner kann den Unterschied schmecken und die Region zuordnen.“

Mythos 7: Von gutem Whisky bekommt man keine Kopfschmerzen
Ewan Gunn: „Schön wär´s, doch der kopfschmerzfreie Alkohol wurde leider noch nicht erfunden. Wenn man nur genug von jedwedem Alkohol trinkt, dann endet dass garantiert irgendwann mit Kater und Kopfschmerzen.“

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