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Reebok Classic x Garbstore | #2

Reebok Classic und Garbstore, das britische Label für Männermode, präsentieren ihre fünfte gemeinsame Capsule-Kollektion. Nach den Ventilator II- und Instapump Fury Road-Modellen im August, folgen im September zwei schlichte Versionen des Classic Leather 6000 im charakteristischen GarbstoreInside Out‘-Design. Der CL 6000 ist ein Hybrid aus dem Reebok Classic Leather und dem GL 6000. Diesmal werden die ursprünglichen Außenmaterialen wie Innenmaterialien verwendet und die Frottee-Overlays entsprechend durch hochwertiges Schweinsveloursleder und die umgekehrten Nylon-Zehenkappen durch eine Leder-Variante ersetzt. Das Design symbolisiert den letzten Schritt der Verwandlung zurück zum original Classic Leather. Der CL 6000 ist in zwei Weißtönen mit olivgrünen Akzenten erhältlich.

Die Reebok Classic x Garbstore CL 6000 Modelle sind ab diesen Samstag, 12. September 2015 im Handel erhältlich.

Die 2015 Garbstore-Kooperation wird in den kommenden Monaten viele weitere Reebok Classic x Garbstore Designs hervorbringen.

Reebok Classic Leather INT OP “Cream”

Der Reebok Classic Leather ist für seine totalen und dezenten Farbstellungen bekannt und geschätzt. Passend zum Herbst haut Reebok aber einen Colorway auf ihrem Klassiker raus den ich prompt unter einen der besten des Jahres einordnen würde! Die klaren Abtrennungen von drei Farben auf der Silhouette machen das grandios in sich harmonierende aber doch so straight abgeklärte Meisterstück komplett. Die Kombination aus braun, creme und olive auf dem Wildleder Upper ist ein Traum. Das einige Parts noch perforiert sind macht den Retro Look mit den aber ganz untypischen Farben perfekt. Um dann aber noch einen drauf zu setzen ist der Innenraum in einen Weinrot eingefärbt worden.
Ein super CW wo sich so mancher Collab eine Schnitte von abschneiden sollte!
Für 89,95€ mein absolutes Highlight in dieser Woche.
Ab jetzt bei Afew im Shop.
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Wie beginne ich mit Sport? Meine 10 Tipps!

Wer mich kennt, weiß, dass ich bis vor knapp 3 Jahren noch nicht ein bisschen Sport gemacht hatte. Ich habe damals bestimmt eine Packung Zigaretten am Tag geraucht, mich ungesund ernährt und jede Party mitgenommen. Irgendwann kommt aber der Zeitpunkt, an dem man mehr auf sich achten möchte und lernen will, bewusster zu leben. Meist scheitert es aber, denn der Schweinehund ist groß und wie bei allem neuen Dingen, hat man auch Angst etwas falsch zu machen. Dabei ist sportlich sein so einfach. Wenn du jetzt gerade dort angekommen bist, aber noch nicht weißt, wie du am besten beginnst, kommen hier in meine 10 Tipps, mit denen du im Handumdrehen zum wahren Sportfanatiker wirst!

Tipp 1 – Einfach Anfangen

So simpel wie Tipp 1 auch klingen mag, er ist wohl der wichtigste, wenn man Sport treiben möchte. No Excuses, kein “Heute noch faul sein und morgen geht es los” – fang einfach an! An jedem Tag und zu jeder Uhrzeit ist Sport machbar. Überwinde dich und schon kann “Mission Adonis” starten! Ein Sportbuddy könnte dir am Anfang helfen dich aufzuraffen. Schließlich wartet jemand auf dich.

Tipp 2 – Schöne Sportkleidung kaufen

Die Wahl der Ausstattung kann schon der erste Motivationsschub sein, denn auch beim Training will man gut aussehen. Auf Schuhe sollte man besonders achten, denn die Beine werden am meisten beansprucht. Aus diesem Grund benötigen die Schuhe einen guten Gripp und eine leichte Dämpfung. Ich trage zurzeit den Endurance Boost Schuh von Porsche Design Sport by adidas, der mit perforiertem Leder für mehr Atmungsaktivität sorgt. Die Gummi-Sohle wurde vom Marktführer in der Reifenproduktion Continental entwickelt und sorgt für einen festen Halt, wenn es durch Blätter oder Regen draußen doch einmal ein wenig rutschig wird. Der cleane, puristische Look in Verbindung mit dem Porsche Design Logo passt perfekt zu einem monochromen Stil, der mir beim Sport richtig gut gefällt. Alle Infos über den Schuh gibt es HIER.

Porsche Design by adidas Endurance Boost Schuh

Tanktop – Posche Design Sport by adidas // Hose – H&M //
Sonnenbrille – ASOS // Schuhe – Porsche Design Sport by adidas

Tipp 3 – Sich durch Sportarten testen

Sport sollte Spaß machen – das ist der dritte Punkt, der ganz oben auf der Liste steht. Es kann sehr gut sein, dass du an manchen Sportarten mehr Gefallen hast als an anderen, von daher solltest du dich einfach mal durchtesten. Magst du lieber Ballsport? Gehst du lieber Schwimmen? Stehst du auf Crossfit im Team, Laufen gehen oder auf Pumpen im Gym? Dir ist überlassen was du tust, Hauptsache du gehst gerne hin!

Tipp 4 – Regelmäßigkeit

Hast du deinen Favoriten gefunden, ist das nächste Zauberwort Regelmäßigkeit. Sport bewirkt nichts, wenn du es einmal in 3 Wochen tust – weder im Kopf, noch für den Körper. Mach dir einen geregelten Zeitplan wann du Sport machst und was du machst.

Tipp 5 – Kurze Workouts

Ich gebe es zu: aller Anfang ist schwer. Manche Sportarten machen in der ersten Zeit kaum Spaß und es gibt Tage, wo man einfach keine Lust hat. Damit man am Ball bleibt, sollte man sich deshalb selbst motivieren. Wenn dich die Kein-Bock-Stimmung packt, einfach Zusammenreißen und nur 20 Minuten kurz etwas machen. Nachdem du es geschafft hast, fühlst du dich besser.

Tipp 6 – Keine übertriebenen Ziele und sich nicht mit anderen messen

Der größter Killer – wenn es um Motivation geht – ist man selbst. Positive Gedanken und kleine Ziele können einem helfen trotzdem dran zu bleiben und den Schweinehund zu überwinden. Mein Tipp: Versuch dich nicht mit anderen zu messen. Vielleicht trainieren sie schon seit ein paar Jahren und sehen deshalb so muskulös aus? Schau dir realistisch die Situation an und plane deine Workouts danach. Um ein wahres Erfolgserlebnis zu haben, probiere das von dir gesetzte Ziel zu übertreffen.

Tipp 7 – Jeder Ort kann für Sport benutzt werden

Ausreden wie “Das Gym ist zu weit weg” sind zwar manchmal wirklich wahr, sollten aber nicht deinen Flow stören. Warum? Überall bietet es sich an Sport zu treiben. Kauf dir eine Sportmatte für zu Hause oder geh in den Park und tob dich dort aus. Du wirst unzählige Möglichkeiten finden, dein Training auch an Orten in deiner Nähe auszuüben. Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Setze also daher auf Funktionsteile, die Wärme gut abtransportieren oder im Winter speichern. Porsche Design Sport by adidas bietet für verschiedene Sportarten die passende Ausrüstung, bei der die Funktion bis ins kleinste Detail bedacht worden ist.

Tipp 8 – Die richtige Playlist

Musik kann ein wahrer Energie-Boost sein. Aus diesem Grund ist für mich die richtige Playlist das absolute Must-Have beim Sport. Kleiner Tipp: investiere in einen iPod anstatt mit deinem iPhone Sport zu machen. Damit lenkst du dich nicht ab und konzentrierst dich auf das Wesentliche.

Tipp 9 – Ernährung ist alles, zwing dich aber nicht dazu

Man sagt, die Formel für ein effektives Training ist 70% – 80 % Ernährung und 20% Sport. Zwar sind diese Zahlen nebensächlich, aber sie zeigen, dass deine Nahrung einen großen Einfluss auf Muskeln und Power hat. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen von Low-Carb – über Diäten wie die Ketogene Diät – bis hin zur Massephase für den Muskelaufbau. Überleg dir genau was du erreichen willst und informiere dich, welche Ernährungsweise die richtige dafür ist. Wer schnell anfangen will hier ein allgemeiner Tipp: Eiweiß und Fette (ungesättigte Fettsäuren wie in Nüssen oder Fisch) sollten an Tagen, wo du nicht trainierst, in eurem Ernährungsplan enthalten sein. Kohlenhydrate (langkettig wie zum Beispiel Reis oder Vollkornprodukte) sind an Trainingstagen erlaubt und sollten die Fette ersetzen, d.h. mehr Kohlenhydrate, weniger Fette. Obst und Gemüse müssen ganz oben auf dem Ernährungsplan stehen, Zucker dagegen ganz unten! Fakt ist aber, dass die Ernährung nicht einschränken sollte und du dich nicht dazu zwingst. Das kann schnell demotivieren.

Tipp 10 – Gönn dir eine Auszeit

Im ganzen Artikel spreche ich immer von Workouts, dabei sind die Ruhephasen genauso wichtig wie das regelmäßige Training. Muskeln wachsen nämlich nicht während des Sports. Nimm dir Zeit für dich selbst, schlafe mindestens 7-8 Stunden damit sich die Muskeln optimal regenerieren können und mach hin und wieder einen Cheating-Day. Letzteres hilft dir nicht nur diszipliniert zu bleiben, sondern bringt den Kreislauf bei einer Diät wieder in Schwung.

Hältst du dich an die Tipps und machst regelmäßig Sport, entwickelst du nicht nur Kampfgeist und Muskeln. Gute Haut, Stessabau, und Schweißregulation sind weitere Vorteile, die du dir sicher nicht entgehen lassen willst oder?


Wein-Cocktails: Trendgetränk für den Sommer

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Wein-Cocktail mit Erdbeeren

Ein kühlender Drink im Freien ist eine feine Sache, auch wenn die Wespen wie jeden Sommer für viele erschreckte, teilweise leicht panische Gesichter sorgen. Klassiker wie der Gin & Tonic und Trends wie Aperol Spritz oder Hugo sind derzeit in aller Munde (man verzeihe dieses Wortspiel), doch eine noch nicht allseits bekannte Cocktail-Variante ist dieses Jahr ebenfalls häufiger anzutreffen: Der Wein-Cocktail oder zumindest ein Cocktail mit Wein. Der Gentleman-Blog geht der Frage nach: Ist das jetzt ein Modegetränk, bei dem man sich in ein paar Jahren schämt, es auf Facebook, Instagram & Co. in den Händen zu halten, oder kann ein solcher Mix auch auf lange Sicht als stilvoller Genuss gelten?

Wein-Cocktails bedeuten gehobenen Genuss

Einmal abgesehen von Szenedrinks wie der „Kalten Muschi“, was ja auch eher eine Brause darstellt, gehören Wein-Cocktails trotz ihrer nicht wirklich flächendeckenden Verbreitung seit langem zu einer guten Cocktail-Bar. Vor allem der Kir (Weißwein + Cassis) und Kir Royal (Champagner + Cassis) sind traditionelle Getränke, die jeder Barkeeper mit Leichtigkeit beherrscht.

Mit den weniger bekannteren Kreationen wie dem Paysan (fruchtiger Pinot Noir und Chambord-Likör), dem Red Hot Summer oder dem San Francisco Sangaree hat der Barmann weitere einfache, aber erfrischende Sommer-Drinks zur Hand, die gut schmecken und auch geübteren Gaumen eine Freude bereiten.

Die Gegenposition zum Wein-Cocktail

Der Sinn von Cocktails war es lange Zeit, starke Spirituosen im Geschmack gefälliger zu machen, damit man sie auch unbeschwert genießen kann. Die „leichte Zugänglichkeit“ ist hier das entscheidende Stichwort. Im Schnitt hat ein guter Weißwein unter 13 % Vol. Alkohol und ein Rotwein um die 14 % Vol., variiert aber je nach Herkunftsland und Rebsorte mitunter beträchtlich. Er wird aber 15 % Vol. aufgrund der alkoholischen Gärung nicht übersteigen können. Ein Wein kann also gar keinen erdrückenden Alkoholgehalt aufweisen, schlecht gemachte Beispiele einmal ausgenommen, und schmeckt daher bereits pur. Mehr noch, ein guter Wein ist ja ausdrücklich dazu gemacht, ihn pur zu genießen.

Dies kann man von einigen Spirituosen wie Tequila, Gin oder gar Rum weit weniger behaupten, zumindest wird man hier weniger Personen finden, die von „Genuss pur“ bei ihnen sprechen. Aus diesem Grund könnten Wein-Cocktails nur der Versuch sein, gegen die stärker werdende Konkurrenz der anderen Spirituosen und Mix-Getränke bestehen zu können. Es ginge, so der Vorwurf, also gar nicht um die Erweiterung des Geschmackshorizontes, sondern schlichtweg darum, bestehende Absatzmärkte zu sichern und neue zu erschließen.

Ein weiterer rein wirtschaftlicher Grund könnten auch die unterschiedlichen Steuersätze sein: Für einen guten Rotwein bezahlt man um die 12 Cent, vielleicht auch einmal 20 Cent an den Fiskus. Für einen Brandy, der dazu in der Regel noch eine um ein Drittel geringere Füllmenge aufweist, werden mitunter über 3 Euro fällig. Wein-Cocktails sind damit in Regel schlichtweg günstiger.

Junge Winzergeneration geht mit der Zeit

Die jüngere (Winzer-)Generation setzt sich zusehends mit Trends und aktuellen Geschmacksvorlieben auseinander, auch um dem teilweise etwas piefigen Eindruck der traditionellen Weinwelt zu entkommen (man denke dabei nur an graphische Ausdrücke wie „Fat Bastard“ oder „Pornfelder“). Dies kann ohne Zweifel zu Kreationen führen, die eindeutig Ausdruck ihrer schnelllebigen Zeit sind. Aber Innovationen bringen auch immer wieder gute, zeitlose Drinks hervor.

Und deshalb scheint es auch nicht verwerflich, wenn man aus verschiedenen Stoßrichtungen heraus, seien diese wirtschaftlich oder von neuen Gaumenfreuden motiviert, neue Ideen entwickelt oder alte, aber zu Unrecht vergessene Delikatessen wieder aufleben lässt. Gute Wein-Cocktails stellen eine schöne Alternative zu bereits etablierten Getränken dar und manch einer hat mit Sicherheit das Potential, bei dem einen oder anderen Gourmet ein neuer Favorit zu werden.

Weil-Cocktails schoen zubereitet

Drei Rezepte zum Ausprobieren

Blaauwklippen Before & After Style Kir Royal
• 1-2 Esslöffel Before & After Aperitif
• 180 ml MCC oder Schaumwein (Sekt, Champagner)

Den Before & After in ein Champagner- oder Martiniglas füllen und mit dem Schaumwein aufgießen. Nach Belieben garnieren.

San Francisco Sangaree
• 4 Kirschen
• 8 ml Zuckersirup
• 45 ml Merlot
• 30 ml Bourbon
• Zitronenscheibe

Kirschen, Eis, Sirup, Wein und Bourbon zusammen mit der Zitronenscheibe in den Shaker geben und mixen. Alles zusammen in ein Glas (Tumbler) geben.

Red Hot Summer
• 180 ml Rotwein (z. B. Shiraz, Spätburgunder)
• 60 ml Zitronen-Limette Soda
• Zitronenscheibe als Dekoration

Zutaten zusammen in ein Longdrink-Glas geben und mit Zitronenscheibe garnieren.

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Der Autor

CAPREO LogoDaniel Villbrandt arbeitet bei CAPREO, dem Spezialisten für südafrikanischen Premiumwein. Im Gentleman-Blog schreibt er regelmäßig über Genuss, Gastronomie und alkoholische Leckereien.

Weingläser – welches Glas passt zu welchem Wein?

Wer hier von bloßen Stilfragen ausgeht, irrt gewaltig. Es gibt durchaus sachliche Erfordernisse für ein Differenzieren und sorgsame Auswahl der Gläser, sofern man die Facetten eines Weintrinkers auch aktiv aufgreifen und nach außen dem Genuss eine adäquate Note verleihen will. Es wäre auf jeden Fall äußerst schade, wenn sich jemand als Gastgeber durch die Verwendung falscher Gläser ins schlechte Licht rückt oder gar den Geschmack und Erscheinungsbild eines edlen Tropfens beeinträchtigt.

Die Historie des Weintrinkens wird von verschiedenen Entwicklungsschritten begleitet bis man letztlich in Glas die überragenden Vorzüge der zur Verfügung stehenden Materialien erkannte. Keramik und Ton, Kupfer, sogar Gold und Silber wurde in der Geschichte zur Erzeugung von Trinkgefäßen für Weine herangezogen – Glas setzte sich durch. Warum eigentlich?

Geschmackseinbußen waren in vergangenen Zeiten zwar definitiv vorhanden, doch wurden sie alternativlos hingenommen und waren insofern „normal“. Der Anblick der Tafel war dabei freilich prächtig und die Trinkgefäße erschienen in prachtvollem Design, vor allem an den Höfen der Adeligen. Ein Österreicher, Claus Redel, widmete sich erstmals der Frage der Funktionalität und so setzten sich die heutigen Weingläser nach folgendem Prinzip durch: Der Inhalt bestimmt die Form.

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Wir alle kennen heute von klein an die bauchigen Weingläser mit Stil, teils mit Goldrand und die meisten von uns kennen auch die gängigen Einschränkungen bei der Verwendung. Doch gelten diese Vorgaben nach wie vor? Wie lauten sie eigentlich genau und warum?

Grundprinzipien bei der Auswahl von Weingläsern

  1. Die Farbe des Inhalts muss immer genau erkennbar bleiben. Würde man täuschende Nuancen oder auch Formen verwenden, könnte man niemals Satz, Farbe, Korkreste oder Bläschenbildung feststellen. Auch sollte man die Farbtöne der verwendeten Weine kennenlernen.
  2. Bouquet – das Schnuppern am Wein sollte nicht durch kleine Öffnungen den Umfang einschränken können: je breiter die Öffnung, umso mehr Riechstoffe dringen in die Nase ein.
  3. Geschmack – dies mag nun ungewohnt klingen, doch seit Redel wird vertreten, dass selbst Formen den Geschmack beeinflussen können. Unten im Beitrag wird dies noch näher erläutert. Bei den verwendeten Materialien liegen mögliche Auswirkungen auf der Hand.
  4. Nachhall – rein vom Weinglas abhängig ist ein harmonischer Nachhall, der uns vielleicht in der Gesellschaft von heute immer seltener präsentiert wird. Umso schöner ist es, diese Art von Life-Style am Leben zu erhalten und seine eigene Eigenschaft als Gastgeber aufzuwerten.

Ist man sich dieser Punkte bewusst, räumt man der Auswahl der Gläser einen bedeutenderen Stellenwert ein und wird diese Anschaffung auch mehr genießen. Immerhin erfüllt es einen selber mit Stolz, sich und seine Lebensart, sein Heim und Stilbewusstsein bestmöglich zum Ausdruck zu bringen.

Vielfalt im Handel

Einen Durchblick im Dschungel der bunten Angebote zu erhalten mag auf den ersten Blick schwierig zu sein. Für einen Privathaushalt sind es jedoch nur einige Gläserarten, mit denen man sich schon gewissermaßen perfektionieren kann. Freilich gibt es heute auch Gläser, die auf ganz bestimmte Weinsorten zugeschnitten sind, doch das fällt in den Bereich derer, die sich der Welt der Weine als persönliches Hobby widmen.

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Es ist jedoch nicht üblich oder in gesellschaftlicher Hinsicht notwendig, dass man sich mit dem Kauf von Gläsern auf ganz bestimmte Sorten einschränkt. Ausgenommen richtigen Weinkennern würde das auch kein Gast erkennen und selbst solchen ist klar, dass die eigenen Präferenzen nicht alltagstauglich sind, sondern sie sich selber davon bewusst abheben.

Die Architektur des Glases

Die „Architektur“ des Glases besteht aus drei Teilen: Kelch, Stiel und Fuß. Der Stiel dient einem ganz bestimmten Zweck, der aber nur am Rande aus Stilgründen bedeutsam ist: Vor allem verhindert dieser ein rasches Erwärmen des Weins durch die Körpertemperatur an den Händen. Und diese Temperatur erfüllt übrigens nicht eine Art „Selbstzweck“, sondern sie zeichnet sich verantwortlich für die Freigabe der Aromen – also den konkreten Geschmack.

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Trendige „Weingläser“ ohne Stiel, die sogenannten Tambler, sind zugleich auch „Weingläser“ ohne Stil – ihr Vorteil liegt immerhin in der ebenso möglichen Verwendung für Fruchtsäfte oder ähnliches. Es ist fraglich, ob man sie deshalb überhaupt als Weinglas bezeichnen sollte, immerhin wird auch traditioneller Life-Style damit verwässert. Differenzierte Bezeichnungen erhalten ebensolche Kenntnisse am Leben und sorgen für besseres Allgemeinbewusstsein.

Beim Trinken ist auch darauf zu achten, das Glas wirklich am Stiel anzufassen. Das ist reine Gewohnheit und es erweckt auch einen doch dilettantischen Eindruck, ein echtes Weinglas am Kelch zu greifen.

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Der Kelch selber erscheint uns in der Warenpalette in unzähligen Ausgestaltungsmöglichkeiten. Hier eine Auswahl zu treffen braucht ebenfalls Kenntnis der Basics. Immerhin drückt Werbung auch als Produktangabe und Beratung stets ein Spannungsverhältnis aus, welchem man nur durch Eigenregie bei Informationseinholung gegensteuern kann. Schlank oder bauchig, große Öffnung oder schmale Öffnung nach oben sind die wesentlichsten Kriterien bei den Formen. Diese sind Grundlage für die Entfaltung des spezifischen Charakters des jeweils servierten Weines.

Standard-Gläser für Rotwein

Der Kelch ist hier bauchig, aber langgezogen. Der Stiel ist relativ lang. Die Öffnung ist aber größer als beim typischen Weißweinglas. Jede beschriebene Eigenschaft erfüllt hier einen eigenen Zweck – der langgezogene und so schmalere „Bauch“ etwa steuert bei zarten Rotweinen mit schon geringem Tannin-Gehalt einer Verflüchtigung der Aromen gekonnt gegen.

Die beiden noch gängigeren Unterarten beziehen sich auf Bourdeaux und Burgunder. Beide sind anders ausgestaltet und kommen in ihrer Architektur mehreren Rebsorten besonders entgegen. Wer eine derart tiefe Unterscheidung treffen möchte, ist bereits nur mehr im guten Fachhandel aufgehoben – es ist durchaus möglich, dass sich heute Anbieter von Massenware mit den exquisit klingenden Namen bekannter Rebsorten aufwerten und auf undurchschaubare Weise zum Dumpingpreis höchsten Ansprüchen gerecht werden sollte.

Standard-Gläser für Weißwein

Im Verhältnis zum Rotwein-Standard-Glas ist der Kelch geringerer Statur. Dies deshalb, weil sich die Aromen in bauchigeren Formen schneller verflüchtigen würden. Gerade hier gilt es, das Glas nur am Stil anzufassen. Selbst geringere Erwärmungen schränken die Geschmacksentfaltung ein.

Als gängigste Untergruppe sind Gläser für Riesling zu nennen. Bei diesem wird mit dem ausgestellten Mundteil sogar dem Umstand Rechnung getragen, dass der vom Kelch provozierte komprimierte Duft mit der Nase verstärkt wahrgenommen werden kann.

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Ferner sind, schon zur Abgrenzung, die Sekt- und Champagner-Gläser anzuführen. Besondere Getränke, wie etwa Prosecco, sind bekannterweise auch in diesen zu servieren. In Form von Schalen erfüllen sie allerdings überwiegend optische Zwecke. Man kann sie nur am Kelch anfassen und sind schränken insofern die Vorteile ein – möchte man aber prächtige Türme an der Tafel aus ihnen fabrizieren und wird der Inhalt ohnehin sofort getrunken, tut das nichts zur Sache. Gemeint sind hier Feierlichkeiten, wo eine Menge an Menschen auf bestimmte Ereignisse anstößt. Ihr Einsatzgebiet ist also differenziert und eine andere Situation.

Der Einsteiger – das braucht man

„Was brauche ich?“ – die Frage ist an dieser Stelle bereits einfach zu beantworten. Wer sich die Standard-Rotwein-Gläser in ausreichender Anzahl anschafft und mit Sektflöten ergänzt, begeht gewiss keinen Fehler. Auch Weißwein ist in Ersterem durchaus anzubieten. Handelt es sich um Fans von bestimmten Rebsorten, ist die Kaufempfehlung schon dadurch indiziert und in gutem Fachhandel danach zu fragen. Einer künftigen Erweiterung um Weißwein-Gläser und bauchige Rotweingläser steht später nichts im Wege.

Kennt man nun seine grundsätzlichen Ansprüche, stellen sich weitere Detailfragen – nämlich jene von Herstellungsverfahren und den Materialien. Man erkennt an der Naht beim Stiel, ob ein maschinelles Erzeugungsverfahren angewandt oder mundgeblasen gefertigt wurde mit freiem Auge. Denn nur wenn eine Naht überhaupt sichtbar ist, ist maschinelle Fertigung indiziert. Manche kombinieren auch, wie Nachtmann in Bayern, wobei nur der Kelch mundgeblasen wird.

Kristallglas ist übrigens hochwertiger als Bleikristall – das bedeutet am konkreten Produkt besonderen Glanz und Klarheit, aber auch ein übertreffendes Klangerlebnis beim Anstoß, sofern dieser, wie bei Feiern von besonderen Umständen überhaupt noch stattfinden. Auch hohen Ansprüchen an Robustheit werden Gläser aus Kristallglas gerecht. Die sichtbaren Vorteile des Polierens per Hand können niemals wettgemacht werden, selbst wenn mit Spülmaschinentauglichkeit geworben wird.

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Bleifreies Kristallglas ist grobkörniger als „normales“ Glas – einer Entfaltung der Aromen ist hier besser gedient. Bei Bleikristall ist auch von einer sehr hohen Bruchfestigkeit zu berichten. Die Struktur verhindert eine Weitergabe der Blei-Anteile und ein besonders ausgeprägter Glanz wird gewahrt.

Die Frage des Preises, welchen man zu zahlen bereit ist, lässt sich nur individuell lösen – eine kleine Faustregel aber ist zu erwähnen: Die Summe, welche man für eine Flasche des guten Tropfens auslegen will, stellt auch die angemessene Größenordnung für ein Gläser-Set dar.