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Lange Unterhose im Winter: Ja oder nein?

Wenn auch spät, so ist doch noch der Winter bei uns eingezogen. Dick eingemummelt verlassen wir das Haus um das wärmende Büro zu erreichen. Wer nicht erfrieren frieren kommt so über kurz oder lang am Thema „lange Unterhose“ nicht vorbei. Doch schnell kommen Schlagworte wie hässlich, Liebestöter, peinlich, unmännlich und ähnliche negative Dinge in den Sinn. Viele Männer verzichten daher auf die wärmende lange Unterhose und frösteln lieber.

Männer nicht immun gegen Kälte

Warum in aller Welt ist also dieses eine Kleidungsstück nur so verschrien? Schließlich gibt es auch gute Gründe dafür. Männer sind nicht immun gegen Kälter. Frieren und kalte Beine sind nicht nur unangenehm, sondern auch für die Gesundheit nicht zuträglich. Außerdem trägt ein Mann im Winter auch Winterschuhe, Mütze und Handschuhe, ohne sich dabei zu fragen, ob er dadurch nun „weniger schön“ aussieht oder ein „Weichei“ ist

Im Grunde ist unbekannt, woher die Abneigung gegen die lange Unterhose kommt. Am Ende verhält es sich wahrscheinlich wie mit den Weisheiten der Großmutter. Die galten schon immer, egal ob sie in Wahrheit stimmen oder nicht, frei nach dem Motto: „Das war schon immer so…“

Schluss mit dem Vorurteil gegen die lange Unterhose

Daher ist es an der Zeit ein für allemal mit diesem Vorurteil Schluss zu machen! Wir sind der Meinung die lange Unterhose darf getragen werden. Dazu stellen wir ganz einfache „Regeln“ für den Mann auf. JA zur langen Unterhose in folgenden Situationen:

 

  • Arbeit im Freien
  • Langer Arbeitsweg im Freien
  • Arbeiten in einem wenig beheizten Ambiente (Lagerhallen etc. )
  • Anfahrt in Autos ohne Sitzheizung
  • Lange Strecken, die zum Erreichen von öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fuß zurück gelegt werden

 

Muss man allerdings nur die Strecke zur Garage ins Haus und vom Firmenparkplatz ins Büro überbrücken, darf auch bei Minusgraden getrost auf das zusätzliche Kleidungsstück verzichtet werden.

Praktische Tipps für den Umgang

Um den Spagat zwischen ‚draußen nicht erfrieren’ und ‚im Büro nicht zu schwitzen’ zu meistern, empfehlen wir mit den langen Unterhosen genauso zu verfahren wie mit den weiteren Accessoires gegen die Kälte: Lange Unterhose einfach nach Ankunft im Büro ausziehen! Schließlich würde auch niemand auf die Idee kommen, Handschuhe oder Mütze im Büro tagsüber zu tragen.

Hier kann sich freuen, wer einen vernünftigen Raum zum Umziehen zur Verfügung hat – aber notfalls klappt das Umziehen mit etwas Übung auch in einer WC-Kabine. Man behandelt die lange Unterhose also einfach wie alle anderen Kleidungsstücke für „draußen“ und trägt sie dementsprechend möglichst auch nur „draußen“.

Wer die lange Unterhose im Büro nicht ausziehen kann, sollte besonders drauf achten, dass es sich um ein eng anliegendes Low-rise-Modell handelt, um überflüssigen Stoff im Bundbereich zu vermeiden. Zusätzlich lässt der Ansatz der langen Unterhose durch ein extra langes Unterhemd verdecken. In Kombination mit Kniestrümpfen bleibt die lange Unterhose dann quasi unsichtbar.

Alternativ können Männer dünne, eng anliegende Sporthosen tragen. Von einer Strumpfhose ist abzuraten, zumal sie das Umziehen im Büro kompliziert macht und man zusätzlich noch Strümpfe mitbringen müsste.

Die Sache mit der Optik

Was ist aber von dem Aussehen der langen Unterhose zu halten? Eine lange Unterhose ist eben genau so hübsch oder hässlich, wie man sie wählt. Mit ein paar einfachen Tipps wird sogar die lange Unterhose zu einem ansehnlichen Kleidungsstück:

 

  • Möglichst ein gut anliegendes Modell wählen
  • Dezente, eher dunkle Uni-Farben bevorzugen
  • Modelle ohne „Eingriff“ wählen – dann erschrickt auch keiner beim Anblick
  • Möglichst tiefer Bund, damit sich nicht 20-30 cm Stoff über dem Hosenbund wölben
  • Immer Retroshorts oder Slip drunter tragen

 

10 Dinge, die in keiner Gentleman-Küche fehlen dürfen

Was ein Gentleman in der Küche zum Kochen benötigt

In der Küche eines Mannes gelten die gleichen Regeln wie überall sonst: Wer erstklassige Ergebnisse erzielen will, braucht Zeit, Können, Leidenschaft – und das richtige Werkzeug. Christian von der Gewürzmanufaktur Pfeffersack & Soehne verrät, welche Utensilien er für einen kochenden Gentleman für absolut unverzichtbar hält.

Kochen mit Leidenschaft – Und mit den richtigen Utensilien

1. Hände
Hände sind dein Werkzeug mit Gefühl. Sie halten, kneten, drücken, pressen, rollen und biegen! Die eigenen Hände sind mit Abstand das zuverlässigste Hilfsmittel in der Küche. Nichts kann ihre Feinfühligkeit ersetzen. Und nur wenn ein Koch auf seine Hände hört, kann das Essen richtig gut werden: Ist das Steak perfekt rosa? Ein prüfender Druck mit dem Zeigefinger verrät es. Hat der Brotteig die richtige Konsistenz? Einmal richtig hineinlangen, und man weiß es. Ist der Spargel frisch? Brich ihn durch und hör ihn knacken.

Wichtig ist die richtige Pflege der Hände: Ich halte die Nägel kurz und sauber, wasche die Hände vor und nach dem Kochen gründlich und pflege sie am Schluss mit einer milden unparfumierten Creme.

2. Messer
Eine gute Klinge ist seit Jahrhunderten der treue Begleiter eines Gentleman. Und in der Küche erleichtert nicht nur ungemein die Arbeit, sondern kann auch richtig Spaß machen. Es ist ein unnachahmliches Gefühl, wenn man mit nur einem Zug ein kiloschweres Stück Fleisch mühelos zerteilt oder die Gemüsestücke wie Sägespäne in atemberaubender Geschwindigkeit fallen.

Vom handgefertigten japanischen Damaststahl bis zur sterilen und ultrascharfen Keramikklinge, vom guten Allrounder bis zu Spezialisten für Hacken oder Filetieren – es tummelt sich eine große Anzahl an Modellen von verschiedensten Anbietern auf dem Markt. Ein gutes Messer kann schnell mehrere Hundert Euro kosten. Hohe Qualität zeichnet sich übrigens nicht durch seine Schärfe zum Zeitpunkt des Kaufs aus – sondern dadurch, wie lange es die Schärfe hält, und wie gut es sich nachschärfen lässt. Und für alle Messer gilt: niemals in die Spülmaschine stecken, sondern nur mit klarem (ggfs. kochendem) Wasser reinigen. Und Holzgriffe sollten von Zeit zu Zeit geölt werden. Die Arbeit lohnt sich, denn so kann das Messer ein treuer Begleiter bleiben – lebenslang.

Messer in der Küche

3. Pfannen
Drei unterschiedliche Pfannenmodelle sollte jeder Mann sein eigen nennen, um jede Art von Bratgut perfekt zubereiten zu können. Die klassische beschichtete Pfanne eignet sich hervorragend für Stücke, die sanft gebraten werden sollen und sehr empfindlich sind, wie zum Beispiel Fischfilets mit Haut, Rührei, Pfannkuchen oder zartes Gemüse. Für das kurze und scharfe Anbraten von Fleisch sollte es eine blanke Edelstahlpfanne sein. Ob mit oder ohne Fett, hier muss man keine Angst vorm Ankleben haben. Wenn das Fleisch soweit ist, löst es sich wie von alleine. Ebenfalls ein Kandidat für Fleisch ist die robuste Eisenpfanne. Sie wird sehr schnell heiß und speichert die Hitze lange. Sie muss gut eingebraten werden und verbessert mit wachsender „Schmutzschicht“ mit der Zeit noch ihre Bratleistung. Nur mit ihr gelingen die perfekten Bratkartoffeln!

4. Fett
Fett ist Geschmacksträger. Und gutes Fett hat selbst einen feinen Geschmack, der gezielt eingesetzt werden kann, um die Aromen der Speisen zu verstärken oder zu komplettieren. Ich habe daher eine relativ große Auswahl an Fetten in der Küche: Olivenöl, Sesamöl (geröstet), Kürbiskernöl, Walnussöl, Butterschmalz und braune Butter.

Was wozu passt, würde hier den Rahmen sprengen, aber das Thema ist auf jeden Fall wert, sich näher damit zu beschäftigen. Übrigens: Auf Raps- oder Sojaöl verzichte ich bewusst, da die Ökobilanz bedingt durch die Anbaumethoden sehr negativ ist. Ja, auch daran sollte ein Gentleman in der Küche denken.

5. Waage
Nur wer die Regeln kennt, darf sie auch brechen. Speziell auf die Küchenwaage bezogen meine ich damit: Wer gerne nach Rezepten kocht, sollte sich beim ersten Mal genau an die empfohlenen Mengenangaben halten. Man darf durchaus unterstellen, dass die einen Sinn haben. Wer dem Gericht eine individuelle Note geben möchte, kann das immer noch am Schluss tun. Denn viele wichtige und prägende Zutaten wie Gewürze oder Essig kommen erst beim Abschmecken zum Zuge.

Ich selbst koche auch gerne mal links und rechts vom Rezept. Kreativität ist auch beim Kochen sehr wichtig, aber gerade, wenn man etwas Neues ausprobiert, sollte man von den Erfahrungen anderer ruhig profitieren dürfen.

6. Fleischthermometer
Wer gerne ein feines, mit Niedertemperatur gegartes Roastbeef oder Filet isst und dabei ein Thermometer zur Hilfe genommen hat, weiß wovon ich rede. Schon 2 bis 3 Grad Unterschied in der Kerntemperatur sorgen ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Mit dem Fleischthermometer war es nie so leicht, die perfekte Kontrolle über ein Stück Fleisch zu haben!

7. Mörser
Mit ihm kann man Kräuter zerstoßen, Pasten und Pesti zubereiten – und natürlich Gewürze mahlen. Abgesehen davon ist ein schwerer Mörser auch ein Hingucker in der Küche. Es gibt sie aus Holz, Metall, Porzellan oder Stein. Ich empfehle eine Ausführung aus Granit, wie sie in jedem Asia-Laden günstig zu erwerben ist. Denn der ist lange haltbar, leicht zu reinigen, unzerbrechlich und reagiert auch garantiert nicht mit den Lebensmitteln (wie das z.B. bei Metall oder Holz mit Säure passieren kann).

Küchenutensilien: Mörser, Reibe und Co.

8. Gewürze
Gewürze sind das Salz in der Suppe für jedes Essen. Oder so ähnlich… Mit ihnen kann man Gerichte verfeinern, abrunden, oder ihnen eine ganz neue Richtung geben. Sie machen Gerichte leichter bekömmlich, regen die Verdauung an, wirken entzündungshemmend – und manche Gewürze sollen sogar Einfluss auf unser Liebesleben haben. Grund genug für jeden Gentleman, seinen Kochkreationen die richtige Würze zu verleihen.

Die wichtigste Regel dabei, die wir mit Pfeffersack & Soehne streng verfolgen: Gewürze in Form von Pulver kommen nicht in die Dose, und damit auch nicht ins Essen, denn die enthaltenen ätherischen Öle sind teilweise sehr flüchtig. Industriell gemahlene Gewürze haben deshalb schon einen Großteil ihres Geschmacks verloren, bevor sie überhaupt in der Küche stehen. Am besten sind daher ganze oder grob geschnittene Gewürze, die frisch vor der Zubereitung gemahlen oder gemörsert werden!

9. Bräter
Eine stundenlang in Rotwein, Rosmarin und Zwiebeln geschmorte Rehkeule mit einem Hauch Knoblauch, die schon zerfällt, wenn man sie nur zu lange anschaut… Hmmm, das ist was Feines! Wer nicht nur Steaks mag, sondern auch mal einen guten altmodischen Sonntagsbraten, sollte sich unbedingt einen Bräter zulegen. Am besten einen aus Gusseisen – der nimmt die Temperatur schnell an und hält sie sehr lang. Übrigens bekommt hierin auch der bei uns im Rheinland so beliebte Debbekooche seine unnachahmliche Kruste!

10. Wein
Ob zum Ablöschen des Gerichts oder zum Ablöschen des Kochs: Eine gute Flasche Wein sollte immer bereit stehen. Gerne auch zwei oder drei, falls man mal für geladenen Besuch kocht…

 

Was ist was? – Die klassischen Herrenschuh-Modelle

halbschuhe

Hochwertige Herrenschuhe sind die Visitenkarte eines Gentleman. Dabei scheint die Auswahl an Herrenschuh-Modellen riesig zu sein. Doch im Prinzip gehen fast alle heute existierenden Herrenschuh-Modelle auf eine relativ kleine Anzahl von Basismodellen zurück. Die meisten wurden im 19. Jahrhundert in den Modemetropolen Europas designt. Das war zu einer Zeit, als die ersten Modejournale das Licht der Welt erblickten. Durch sie entstand unter den europäischen Schuhmacher-Meistern vor allem in den Jahren zwischen 1880 und 1889 ein regelrechter Wettbewerb. Dabei setzte sich Klasse durch, und so haben sich die Modelle über die Generationen bewährt, auch wenn sie seitdem den modischen Trends entsprechend im Detail modifiziert wurden.

Vom Oxford bis zum Mokassin – Klassische Herrenschuh-Modelle

Bei den klassischen Halbschuh-Modellen handelt es sich um den Oxford, den Derby, den Budapester, den Blücher, den Monkstrap, den Loafer und die Mokassins. Eine Einteilung kann man am besten nach ihrer Verschlussart vornehmen: Zu den Schnürschuhe zählen Oxford, Derby, Blücher und Budapester; zu den Schlupfschuhe Loafer und Mokassin; und der Montstrap ist ein Schnallenschuh.

Die Schnürschuhe lassen sich noch in die Kategorien offene Schnürung (Derby) und geschlossene Schnürung (Oxford) unterteilen. Das hört sich komplizierter an, als es tatsächlich ist. Ein Blick genügt, und ein jeder kann die Schnürungen voneinander unterscheiden. Bei der geschlossenen Schnürung, die gemeinhin einen eleganteren Schuh definiert, werden die Seitenteile unter das Vorderblatt genäht. Dadurch erscheint der Schuh wie aus einem Guss geformt zu sein. Bei der offenen Schnürung hingegen liegen die Seitenteile auf dem Vorderblatt auf.

Schlupfschuhe (Loafer und Mokassins) ermöglichen den bequemen Einstieg in den Herrenschuh, da hier auf jegliche äußere Verschlusstechnik verzichtet wird. Einzig der enge Schaft hält den Fuß da, wo er hingehört: in den Schuh. Unter zu Hilfenahme eines Schuhlöffels schlüpft der Herr leicht in seinen Schuh und genießt ein lockeres Tragegefühl.

Der Schnallenverschluss hingegen gehört zu den extravaganten Möglichkeiten, einen Schuh zu verschließen. Der Monkstrap wird mit Hilfe einer oder maximal zweier Metallschnallen verschlossen. Dieses Herrenschuh-Modell ist gewagt, denn die Schnalle fällt definitiv auf. Das ist sicher nicht jedermanns Sache: Entweder mag man seine Erscheinung oder wird sich wohl nie mit dem „Monk“ anfreunden können.

Plain, Captoe, Brogue – Die Verzierung klassischer Herrenschuhe

Bei der Klassifizierung der Herrenschuhe findet auch die Art seiner Verzierung Berücksichtigung. Kommt der Schuhe ohne Verzierung aus, spricht man von einem Plain. Eine einzige Naht, die quer über die Vorderkappe verläuft, und der Herrenschuh erhält die Bezeichnung Captoe. Reichhaltige Lochmuster-Verzierungen hingegen fallen unter den Begriff Brogue.

Sie sehen, letztlich ist die Anzahl der Herrenschuh-Modelle, die für einen Gentlemen in Betracht kommt, gar nicht so groß. Entscheidend ist am Ende der Anlass, zu dem Mann seine Schuhe auftragen möchte. Mit einem Mokassin wird niemand zu einer Hochzeit erscheinen, und ein Oxford ist gänzlich unpassend für eine kurze Hose im Sommer. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

 

39 Regeln für den modernen Gentleman

Regeln für den Gentleman

Was macht einen Gentleman heutzutage aus? Während viele althergebrachte Sitten und Bräuche nach wie vor Gültigkeit besitzen, sind andere längst überholt. Der Gentleman-Blog präsentiert 39 Regeln für den modernen Gentleman: alle wichtigen Dresscode- und Knigge-Regeln fürs Business und den Umgang mit den Frauen. Dos and Don´ts.

Die Regeln für moderne Gentlemen

1. No brown after six
Selbst als perfekt gewandeter Herr im Maßanzug muss man sich bei abendlichen Stehempfängen immer mal wieder vor Sweatshirtträgern in Gesundheitstretern für seine braunen Rahmengenähten rechtfertigen. Die Briten der Upperclass legten einst zum Dinner den Abendanzug an, darauf bezieht sich das Diktum. Daraus wurde abgeleitet, dass man nach 18 Uhr zum dunklen Anzug schwarze Schuhe trägt. Gilt nur noch bei sehr förmlichen Anlässen.

2. No brown in town
Die sinngemäße Übersetzung dieser Regel müsste lauten „kein Braun im Business“, denn die britische Tradition setzt die Stadt mit dem Geschäftsleben gleich. So gesehen ist dieser Spruch gültiger Business-Dresscode. Bei der Freizeit- oder Smart-Casual-Garderobe kann man ihn dagegen vergessen.

3. Nie zwei Muster oder mehr kombinieren
Das ist natürlich Unsinn, man kann ohne Probleme zum Streifenanzug Karohemd und Paisleybinder tragen. Vorausgesetzt, die Dessins sind gut aufeinander abgestimmt. Dabei gilt es nur zu beachten, dass die unmittelbar nebeneinander liegenden Muster sich in Größe und Rhythmus voneinander unterscheiden, also kleines Karo mit großem Paisley. Wer gar keinen Sinn für derlei Feintuning hat, sollte tatsächlich besser Unis tragen.

4. Mann geht vor, wenn er mit einer Dame das Restaurant betritt
Der Herr sollte früher als Einmann-Stoßtrupp das Terrain erkunden, um die Sicherheitszulage zu peilen. In Feinschmeckerrestaurants oder schicken Bars droht allerdings kaum noch Ungemach und miese Spelunken sucht man mit seiner Herzensdame wohl auch nicht auf. Deshalb kann man heute getrost der Frau den Vortritt lassen, zumal viele alles andere auch als unhöflich empfinden würden.

5. Kein Buttondownkragen zum Businessanzug
Dies ist eine Regel aus der Kategorie „Populäre Modeirrtümer“. Das Buttondownhemd stammt aus den USA, um 1900 wurde es vom New Yorker Herrenausstatter Brooks Brothers auf den Mark gebracht. Von Anfang an wurde es als Gegenentwurf zum steifen Kragen der europäischen Tradition zum Sakkoanzug getragen und bis heute ist es ein US-Businessklassiker geblieben. Leider ist das hierzulande nicht jedem bekannt, wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt deshalb zum Anzug besser einen anderen Kragen.

6. Bei der Weste wird der unterste Knopf offen gelassen
Einen sachlichen Grund gibt es dafür nicht, nur zwei aus der Historie. Nr. 1: Die knielangen Westen des 17. Jahrhunderts wurden nicht bis ganz zugeknöpft, da sie sonst beim Gehen behindert hätten. Nr. 2: Der englische König Edward VII. soll als Prince of Wales einmal vergessen haben, den letzten Knopf der Weste zu schließen, was dann von aller Welt kopiert wurde.

7. Kartoffeln nie mit dem Messer schneiden
Veraltet, stammt aus der Zeit, als Silberklingen durch Kartoffelstärke anlaufen konnten.

8. Immer Kniestrümpfe
Zur Abend- und Businessgarderobe gilt das uneingeschränkt. Zwar ist ein trainiertes, braungebranntes Männerbein kein unästhetischer Anblick, dennoch sollte es im Sitzen nicht zwischen Oberkante Kurzsocke und Unterkante Hosensaum herausschauen.

9. Handkuss nie unter freiem Himmel
Korrekt, wer einer Dame die Hand küssen will, sollte dies in Innenräumen tun. Wichtig: Die Lippen dürfen die Hand nicht berühren.

10. Dinnerjacket nur auf hoher See
Falsch, man zieht es auch bei sommerlichen Abendanlässen unter freiem Himmel an.

11. Zum Frack die weiße Schleife, zum Smoking die schwarze
Genau so ist. Warum? Beim Frack kann man so den Gast vom Servicepersonal unterscheiden, das trägt nämlich stets die schwarze Schleife zum Frack.

12. Smoking nie am Tage
Korrekt, der Smoking ist ein Abendanzug. Demzufolge trägt man ihn auch nicht zur Hochzeit am Tage. In den USA sieht man das anders, dort ist der Tuxedo (so der US-Ausdruck für Smoking) Standarddress für die Vermählung.

13. Aufstehen, wenn eine Dame den Raum betritt
Sollte man nach wie vor tun. Allerdings im vernünftigen Rahmen. Also bitte nicht wie ein Springteufel hochschnellen, wenn eine wildfremde Frau das Restaurant betritt.

14. No Sports
Beliebter Vorwand für faule Säcke, mit Gentleman hat das nichts zu tun. Winston Churchill, dem dieses Diktum zugesprochen wird, ist noch mit über Siebzig Fuchsjagden geritten. Ganz unfit kann er also nicht gewesen sein.

15. Bei Tisch nie das Sakko ablegen
Mag altmodisch erscheinen, ist in besseren Restaurants aber immer noch angesagt. Wobei es heute ja diverse Outfits gibt, mit denen man auch ohne Sakko gut angezogen ist. Aber wenn man es trägt, dann bitte auch dabei bleiben.

16. Genießen und schweigen
Genau so macht es der Gentleman. Diskretion ist oberstes Gebot im Umgang mit Damen.

17. Schuhe stets auf Hochglanz
Diese Forderung stammt aus Zeiten, als der feine Herr die Schuhe putzen ließ, Menschen mit engem Terminkalender fehlt dagegen oft die Lust auf die Polier-Arie. Rettung bringen Raulederschuhe, denn der Pflegeaufwand ist minimal.

18. Anstoßen nur mit perlendem Wein
Galt früher, ist mittlerweile veraltet.

19. Zweireiher im Stehen stets zugeknöpft tragen
Die Italiener sehen diesen Punkt nicht so eng, aber sie lieben es ja auch, die Kragenspitzen ihrer Buttondownhemden nicht anzuknöpfen. Letztlich ist es eine Frage, wie der Doppelreiher verarbeitet ist. Bei schneidermäßiger Machart stehen die Vorderteile nicht ab, sondern schmiegen sich auch ohne Knöpfe an den Körper, nur bei billigen Anzügen stehen sie wie Scheunentore auf.

20. Zum Haifischkragen nur Windsorknoten
Das ist Unsinn, auch in der weiten Öffnung eines Haifisch- oder Cutaway-Kragens sieht der schlankere Four-in-hand-Knoten gut aus. Das dachte übrigens wohl auch der Duke of Windsor, nach dem der doppelte, V-förmige Knoten benannt wurde. Fotoaufnahmen beweisen, dass er selbst die einfache Schlingung bevorzugte.

21. Schleife immer selbstgebunden
Kein stilbewusster Mensch würde sich eine vorgebundene Krawatte an den Hemdkragen pinnen, bei der Schleife (oder auch Fliege) finden es dagegen die meisten normal. Stilvoll ist die vorgebundene Variante aber auch da nicht. Warum? Prefab ist phantasielos, in der Küche wie in der Garderobe. Und Schleife binden ist genauso leicht zu lernen wie Schnürsenkel binden.

22. Den Schirm immer zusammengerollt tragen
Abgesehen davon, dass der moderne Gentleman nur noch selten einen Stockschirm mit sich führt, ist diese Regel obsolet. Es sei denn, Sie sind englischer Gardesoldat in Zivil, bei denen ist nur die eng gerollte Gewitterflinte comme il faut.

23. Keine Lederflecken am Ärmel neuer Tweed-Sakkos
Richtig. Würden Sie sich ein Pflaster auf die Haut kleben, auch wenn Sie sich gar nicht verletzt haben?

24. Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige
Wer zu spät kommt, vergeudet anderer Leute Zeit. Deshalb wenigstens anrufen oder eine SMS schicken, wenn Sie im Stau stehen. Schlimmer, als nach der Zeit aufzutauchen, ist übrigens verfrühtes Erscheinen.

25. Weingläser nur am Stiel anfassen
Richtig, denn dafür ist er da. Bei Weiß- und Schaumwein soll er verhindern, dass der kühle Tropfen durch die Hand warm wird. Außerdem sehen Fingerabdrücke auf edlem Glas nicht besonders appetitlich aus.

Alte und neue Gentleman-Regeln

26. Tweedanzüge und Maßschuhe vom Butler eintragen lassen
Schwer zu sagen, ob das früher wirklich mal üblich war. Entsprechende Anekdoten gibt es einige, allerdings widersprechen sie der Idee von Maßkleidung. Leute, die sich einen Butler leisten konnten, trugen eigens für sie gefertigte Kleidung. Und die passt von Anfang an.

27. Nie die Knöpfe am Sakkoärmel offen lassen
Bei den Briten gilt es als prahlerisch, wenn man sie offen lässt, um auf die Provenienz des Anzugs hinzuweisen. Italienische Herren sehen das entspannter, sie nutzen den offenen Ärmelschlitz als Stilmittel. Fazit: Jeder, wie er mag.

28. Streifen auf der Krawatte nur vom eigenen Club oder Regiment
Ursprünglich ließen sich alle Streifendessins einem Club, Regiment, College oder Internat zuordnen, heute sind die Farbzusammenstellungen auf dem Binder reines Modedesign. Wählen Sie also nach Belieben aus.

29. Man wünscht nicht mehr guten Appetit
So die einhellige Meinung der Knigge-Experten. In Upperclass-Kreisen mag das stimmen, bei den meisten anderen Leuten wäre es eine Unhöflichkeit, wortlos zu beginnen. Deshalb je nach Umgebung so oder so handhaben.

30. Zum Doppelreiher Hosen stets mit Umschlag
Kein Muss, jedenfalls gibt es keinen sachlichen Grund dafür.

31. Nie die Milch zuerst in die Teetasse, immer umgekehrt
Bei den Briten gilt es als besonders fein, zuerst den Tee einzugießen, so macht es z. B. der Kellner, wenn er Ihnen im Londoner Nobelhotel Claridge’s den Afternoon Tea kredenzt. Die so genannten „kleinen Leute“ bevorzugen angeblich die praktischere Methode, erst die Milch in die Tasse zu geben.

32. Auf der Treppe nie hinter einer Dame gehen
Hintergrund der Regel war, dass man einer Frau beim Hinterhergehen nicht auf Beine und Po starren soll. Andererseits kann es fürsorglich gemeint sein, wenn der Herr auf einer schmalen Stiege sichernd hinten bleibt. Im Zweifel lieber nebeneinander hergehen.

33. Abends zum Anzug weißes Hemd
Richtig. Das hellblaue Businesshemd, einfarbig oder gestreift, gilt für den Abend als nicht fein genug. In Zeiten, da viele Männer bei der abendlichen Freizeit lieber T-Shirts tragen, mag diese Regel absurd erscheinen, der Gentleman beherzigt sie.

34. Am stilvollsten ist der Maßanzug vom Vater oder Großvater
Typisch englische Snob-Idee. Denn im Umkehrschluss sind Herren in selbst gekauften Maßanzügen Emporkömmlinge. Man darf durchaus fragen, was an einem Maßanzug stilvoll sein soll, der kaum richtig passen dürfte.

35. Beim Betreten eines Hauses den Hut abnehmen
So will es die Hut-Etiquette. Wobei öffentliche Gebäude wie z. B. Bahnhöfe aus praktischen Erwägungen nicht als Haus gelten, schließlich wäre es äußerst lästig, wenn man neben seinem Koffer auch den Hut in der Hand halten müsste. In Fahrstühlen werden Hüte auch nicht abgenommen, hier aus Platzgründen.

36. Kein Schmuck
Diese Regel gilt nur für Schmuck, der nicht ins traditionelle Bild passt, also Ohrringe, Armreifen, Handgelenkkettchen, sichtbare Halsketten, Piercings und Brillis im Nasenflügen. Sehr wohl erlaubt sind dagegen Siegel- und Wappenringe, der Trauring sowie ein einzelner Schmuckring. Ansonsten darf sich der Gentleman nur noch mit Manschettenknöpfen und Uhr schmücken.

37. Bei Regen immer Wachsjacke
Es gibt seit langem bessere Methoden, Textilien regendicht zu machen, die gewachste Jacke genießt unter Traditionalisten dennoch weiter Kultstatus. Der moderne Gentleman hat jedoch keine Probleme mit einem Regenmantel aus Synthetik und beim Sport haben Funktionsmaterialien ohnehin Vorrang.

38. Verschlissene Kragen und Manschetten sind beim Hemd ein Zeichen von Stil
Das gilt nur in England und in Adelskreisen (siehe auch Nr. 34), wo Abgenutztheit als Patina gilt und Hinweis auf altes Geld. Ansonsten wirkt man mit einem schäbigen Hemd einfach nur ungepflegt.

39. Der Gentleman muss Pferde und Hunde lieben
Humbug, schließlich leben wir nicht mehr im England der Zwanziger Jahre. Bei den Briten zählt es allerdings nach wie vor zum guten Ton, dass man reiten kann und Hunde hält.

Die Geschichte der Unterhose: Vom Feigenblatt zur modernen Retroshorts

Die Geschichte der Unterhose – Ein langer Weg bis zur modernen Herren-Unterhose Bild:JOCKEY

Den Herren dieser Welt wurde es nicht leicht gemacht da anzukommen, wo der moderne Mann heute steht: in einer bequemen Unterhose – Slip, Boxershorts oder Pants – je nach persönlicher Vorliebe. Was heute selbstverständlich erscheint hat eine lange, und im wahrsten Sinne des Wortes „harte“ Entwicklung hinter sich. Der Gentleman-Blog präsentiert die Geschichte der Unterhose.

Entwicklung mit vielen Etappen

Wurde in der Kunst die schamhafte Verhüllung noch in Form eines Feigenblattes vorgenommen, so musste die wahrhafte Unterhose über viele Etappen entwickelt werden.

Während in der Antike die alten Griechen unter den langen Gewändern noch „unten ohne“ gingen, waren es die Römer, die sich zur Tunika unten herum extra Tücher wickelten und so eine Art „Ur-Unterhose“ trugen. Von Attributen wie praktisch und bequem war diese aber noch weit entfernt – das dicke Tuch scheuerte und ließ sich mit darüber getragener Kleidung nicht vereinbaren. Vermutlich war dies der Grund, dass diese Ur-Unterhose wieder in Vergessenheit geriet.

Unterhemd, Nachthemd und Unterhose in einem

Erst 1000 Jahre später startete die Männerwelt in Europa den nächsten Versuch, die Männlichkeit sinnvoll zu verbergen. Der dreiteilige Lendenschutz war für die damalige Zeit sicher ein Trendsetter – allein die Kunst, die separaten „Beinlinge“ mit dem mittleren Lendenteil zu verbinden bedurfte großer Geschicklichkeit. Die Schmerzen vom Wundlaufen dieser doch sehr unpraktischen Verhüllung möchte Mann sich heute lieber nicht vorstellen. So wurde in der Folgezeit auch lediglich ein leinendes Hemd getragen, welches Unterhemd, Nachthemd und Unterhose zugleich war.

Im 12. Jahrhundert kam die Brouche, eine Art weite Kurzhose aus Leinen oder Wolle, zum Einsatz. Diese wiederum wurde Anfang des 15. Jahrhunderts von der geschlossenen Strumpfhose mit Schamkapsel verdrängt. Ein Bild was heute eher ein Schmunzeln ins Gesicht bringt.

Deutschstämmiger Textilingenieur Erfinder der modernen Unterhose

Es wollte den Männern irgendwie nicht gelingen, etwas Geeignetes zu entwickeln, was sich auch unter engerer Bekleidung tragen ließ. So mussten die Herren noch bis 1934 warten, bis Arthur Kneibler, der Verkaufs- und Marketingleiter von Cooper’s Inc. den ersten enganliegenden Brief in der Geschichte der Unterwäsche erfand. Hintergrund zu dieser Idee war eine einfache Urlaubskarte, die einen Mann in einem enganliegenden Badeanzug, wie man sie in dieser Zeit in Europa trug, zeigte. Diese Karte von der französischen Riviera inspirierte das Unternehmen und es entstand der erste Slip (Brief) ohne Oberteil unter dem Namen JOCKEY BRIEF, der in Anlehnung an den in dem Slip eingearbeiteten JOCKstrap benannt wurde. In diesem Zusammenhang ließ sich das Unternehmen den Namen rechtlich schützen.

Unterhose GeschichteWie skandalös die so knapp geschnittene Erfindung damals war, zeigte sich besonders auf der ersten Unterwäsche-Schau in Chicago: Das als Bräutigam gekleidete Model trug lediglich einen durchsichtigen Smoking aus Zellophan und darunter nichts außer der neuen Y-Unterhose! Durchaus ein Bild, was auch heute noch auf einer Fashion Week Aufmerksamkeit erregen könnte.

Doppelripp-Unterhose Made in Germany dank Schiesser

Über 100 Lizenzen vergab der Original-Hersteller Kneibler – der sich später auch „Jockey“ nannte – an Hersteller weltweit, die sein Modell der Unterhose weiterentwickelten. So kam auch Schiesser zu einer der begehrten Lizenzen und beschenkte die Herrenwelt 1951 mit der ersten und bis heute unvergessenen Doppelripp-Unterhose Made in Germany.

Fast zeitgleich bescherten uns die US-Armee die aus ihrer Sommeruniform entwickelte „Boxershorts“ und machten diese auch hierzulande bekannt.

Die wilden 1960er und 70er Jahre sowie die ersten Schwulenbewegungen in den 80ern ließen von nun an der Phantasie der Designer freien Lauf: Es entstanden Unterhosen mit schrillen, geblümten Mustern, Herren-Tangas, Bodys, Bikini-Slips für Herren und was der neu entdeckte Körperkult sonst noch begehrte.

Slip, Boxershorts und Pants haben sich durchgesetzt – der Eingriff nicht

Wirklich durchgesetzt und bewährt haben sich am Ende für den täglichen Gebrauch nur wenige Modelle: Slip, Boxershorts und Pants. Eher locker sitzend oder eng anliegend je nach persönlicher Vorliebe. Der zunächst so erfolgreiche Eingriff kommt kaum noch zum Einsatz. Das mag auch daran liegen, das sich für die Herren beim Toilettengang die Hose leicht herunterzulassen mehr bewährt hat als der Griff durch den Sondereingang. Heute erinnert bei modischen Unterhosen oft nur eine aufgesteppte Naht ohne jegliche Funktion an den einstigen Y-Eingriff.

Die Geschichte der Unterhose – Ein langer Weg bis zur modernen Herren-Unterhose

Die Herausforderung eines Designers heute heutzutage darin, die Unterhose so zu optimieren, dass Mann sich in ihr längst nicht mehr nur wohlfühlt. Je nach Einsatz – im Business, Sport, Freizeit oder zu Feierlichkeiten – sollte die Unterhose beim Herrn möglichst dezent sein und im bekleideten Zustand nicht auffallen. Dafür darf sie umso mehr verzücken, wenn die Hüllen fallen. Qualität, Umwelt- und Hautverträglichkeit, vorteilhafte Schnitte, Langlebigkeit, Komfort und Design sind nur einige Punkte, die ein moderner Unterhosen-Designer wie ALBERT KREUZ heute beachten muss, wenn sie neue Modelle kreieren, die das Leben des Mannes rund um sein wichtigstes Stück ein klein wenig angenehmer machen!

Der Gentlemen dankt und kann sich in der modernen Retroshorts endlich in Ruhe zurücklehnen und sich weiteren schönen Dingen widmen. Um die Unterhose braucht er sich jedenfalls keine Sorgen mehr zu machen.